In Bonn wütet ein Streit: Die einen wollen ein Beethoven-”Festspielhaus” für dreistellige Millionen- beträge und die anderen sehen nicht ein, warum die existierende Beethovenhalle, ein funktionierender Konzertsaal, ein zentraler Ort der jungen Bundesrepublik sowie ein herausragendes Gebäude der Zweiten Moderne (deshalb ein Denkmal), der Abrissbirne zum Opfer fallen soll. Nun liest Meisterdirigent Kurt Masur allen Nostalgikern die Leviten (Generalanzeiger 29.3.2010). Alle mal hergehört: Die Beethovenhalle, erbaut 1959, war nämlich – so Masur – von Anfang an eine “Notlösung”, in der die Unwissenden über 50 dumpfe Jahre hindurch künstlerisch vor sich hin dümpelten. Dieses Ungemach, bisher unbemerkt, hat der prominente Dirigent nun auch dem staunenden Laien klar gemacht. Mit dem niederschmetterndsten aller Argumente: Man könne, so sagt er, Beethovens “Neunte” ausgerechnet in Bonn guten Gewissens nicht aufführen. Welche Schmach. » mehr zum Thema ‘Glanz und Schönheit’ lesen
Archiv von März 2010
Italien 1954. Ein Traktorsitz aus gestanztem Blech, der auf ein gebogenes Stahlband geschraubt ist und an dessen Ende ein quer gestellter Holzstab für Standfestigkeit sorgt. Diese frappierend einfache Konstruktion stammt von Achille Castiglioni und dessen Bruder Pier Giacomo, zwei italienischen Architekten, die in den 50er Jahren zu Vordenkern des Designs wurden und hier exemplarisch vorführen, wie Minimalismus ind Ironie harmonieren und wie man zugleich nebenbei noch die Popart vorwegnimmt.
Auf der letzten Seite meiner Frühstückszeitung, dem “Panorama” des Bonner General-Anzeigers, entdeckte ich gestern folgende Meldung, die besagt, dass Michael Jackson nicht nur “King of Pop”, sondern auch ein verhinderter Möbeldesigner war: “Los Angeles. Extravagante Möbel, die eigens für Popstar Michael Jackson angefertigt wurden, sollen Ende Juni in Las Vegas versteigert werden. 22 Stücke – darunter goldverzierte Sessel im Wert von mehr als 16.000 Dollar (11.600 Euro) – will das US-Auktionshaus Julien’ s Auctions anbieten. Ein rotes Samtsofa im Barockstil für neun Personen hat einen Schätzwert von 150 000 Dollar, ein Lehnstuhl mit Leopardenmuster und Straußenfedern könnte 18 500 Dollar einbringen, ein Schreibtisch mit Perlmutteinlagen 120 000 Dollar …” » mehr zum Thema ‘King of Design?’ lesen
Um ehrlich zu sein: Ganz neu sind meine beiden kleinen Reisebegleiter nicht mehr, aber ich denke – abgesehen vom Speicherumfang – noch ziemlich aktuell. Und das ist in einer Zeit, die sich mit rasender Geschwindigkeit ständig selbst überholt, schon wieder erstaunlich. Nach den Floppydiscs, den Disketten und den Zips sind die USB-Sticks nun bereits ein paar Jährchen das portable Standardspeichermedium. Als ich 2004 auf meinem ersten Stick, der stolze 124 Megabyte in sich hatte, einen ganzen Buchtext mit mir herumschleppen konnte, war das noch schier unfasslich. » mehr zum Thema ‘Meine Lieblingssticks’ lesen
“Das Brauchbare, von dem in diesen Überlegungen die Rede ist, ist weit gefasst, denn der historisch ausgebildeten getrennten Existenz der Disziplinen Architektur und Gestaltung entspricht kein systematischer Unterschied.” Vor acht Jahren erschien ein kleines Bändchen, das ich allen in der Designbranche hiermit wärmstens ans Herz legen möchte, weil es so gar nicht in die vom Marketinggebrabbel beherrschte Designlandschaft passt. Darin finden sich scharfe und durchaus anstrengende Analysen wie die eingangs zitierte Feststellung – in der dem Design mal eben die Eigenständigkeit abgesprochen wird – in einer dann doch erfrischenden Frequenz. » mehr zum Thema ‘Wider die Rhetorik des Designs’ lesen




