Brand Contest? Ist doch süß!

Dieses Hündchen ist vielleicht auch eine Marke

Der Rat für Formgebung, das höchste Designgremium der „BRD“  (also quasi der Designrat der Weisen), gibt bekannt: „Weiterkommen durch Weiterdenken: Deshalb erforschen und entwickeln wir Design immer weiter.“ Da kann man einfach nur sagen: Weiter so! Ja früher, da wurde nur in verstaubten Universitäten geforscht oder in irgendwelchen Instituten (eben Forschungsinstituten). Heute machen das auch Leute, die eigentlich für Marketing bezahlt werden. Einfach so. Man denke nicht zuletzt an die Entdeckung des Designwerts. Das war der Coup eines deutschen Professors, der inzwischen zwar aus sicherlich gewichtigen Gründen nicht mehr Professor ist, aber eben trotzdem mal so nebenbei ein Forschungsinstitut gründete (in Essen). Sowas greift offenbar um sich. Nun also auch der „Rat“. „Unser Ziel“, lässt dieser verlauten, „besteht nicht allein darin, die Designforschung voranzutreiben. Wir möchten sie auch allgemein zugänglich machen und aus ihr einen praxisnahen, wirtschaftlichen Nutzen generieren.“ Nutzen! Generieren! Praxisnah! Vorantreiben! Forschung für alle (Volksforschung sozusagen)! Das ist doch einfach prima.

Aber über was wird denn nun eigentlich geforscht? Dumme Frage: Marken, na klar! Da hat doch der Rat neulich gerade so einen „Brand Contest“ abgehalten. Total „automotive“. Da bekam fast jeder einen Award. Fast alle waren deshalb happy! Sowas muss unbedingt weiterentwickelt werden. Dabei kann die Szene, wie unschwer zu übersehen, einige ihrer ureigensten Fähigkeiten voll zum Einsatz bringen. Wir von formweh fragen uns: Warum nicht als nächstes zum Beispiel einen Hundemarken-Contest! Da gibt es auch superviele potentielle Preisträger. Und echt Süße  (siehe auch die nebenstehende Abbildung).

Und dann noch einen heißen Tipp von formweh. Es gibt eine Forschungslücke, die dringend gestopft werden müsste. Dabei geht es um das Design (und das Designen) einer besonders häufig benutzten (und deshalb völlig abgenutzten) Maschine: die Gebetsmühle! Da müsste doch mal was passieren. Zumal ja selbst der „Rat für Formgebung“ diesen Apparat, obwohl der in gewissen kirchlichen Kreisen auch schon mal missbraucht worden sein soll,  in steter Regelmäßigkeit selbst zu benutzen scheint.  So wird diese ehrwürdige Institution- der Rat – zum Beispiel nicht müde, einen Gemeinplatz zu wiederholen, der zu den unverbrüchlichen sieben Geboten der Designgemeinde zählt und etwas salopp ausgedrückt lautet: „Design-Fokus treibt Umsatz“. Und Andrej Kupetz, Hauptgeschäftsführer des Rates für Formgebung, verkündete dieses Produkt der besagten Gebetsmühle jüngst sogar im Rahmen eines Presselunches im Messeturm Frankfurt. Da muss designmäßig unbedingt was passieren.   bp

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