Erschütternde Ergebnisse neuester (Nach-)Forschungen: Es gibt gar kein „italienisches Design“!

 

Da geht einem der Florentiner hoch!

Neulich habe ich mich mal ganz ernsthaft gefragt. Gibt es eigentlich italienisches Design? Nein. Natürlich nicht. Schon deshalb nicht, weil es in Italien bis vor ein paar Jahren gar keine Designer gab. Denn das weiß ja jeder: Wo es kein Designstudium gibt – und das gab es definitiv nicht (dafür Kunst, Architektur und anderes). Da kann es natürlich auch keine Designer geben. Und kein „italienisches Design“.

Schade, ist aber so. Aber ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Wenn es auch kein „italienisches Design“ gibt. So gibt es doch eine italienische Art zu designen. Wenn man zum Beispiel, sagen wir in Turin, an einer Ampel steht. Rot. Ausfallstraße nach Mailand. Vierspurig. Und neben einem steht so ein italienisches Geschoss auf Breitwandreifen. Dann ist doch klar, was passiert.

alfisten unter sich

Alfisten unter sich

Dann kann man doch einfach sicher sein, dass der Fahrer seinen Pedalmechanismus virtuos beherrscht und dass er außerdem schon innerlich ahnt, wenn es grün wird (dafür hat er einfach einen siebten Sinn, der Italiener). Und Bruchteile von Sekunden bevor die Farbe umspringt, legt er dann einen Kavallierstart hin, der sich gewaschen hat und, wusch, schneidet einem den Weg ab. Wer das für spätpubertäres Verhalten hält, irrt gewaltig. Es ist in Wahrheit das Ethos des „italienischen Designs“. Nämlich: Immer mit Vollgas vorbei an den Ausländern, bevor die überhaupt gecheckt haben, was die neue Farbe der Saison ist. Dafür braucht man natürlich den entsprechenden Wagen. Deshalb die vielen Alfa Romeos, Bugattis, Ferraris, Lamborghinis, Lancias, Maseratis und wie die schicken Schlitten sonst noch alle heißen.

Den Amerikanern – und sogar den Skandinaviern– geht es übrigens auch nicht viel besser. Und von den Deutschen hätte man ohnehin nichts anderes erwartet. Weitere, teilweise ergreifende Erkenntnisse zu diesem spannenden Themenkomplex werden auf formweh und in einem brandneuen Buch veröffentlicht. Titel: Und kann man darauf auch sitzen? Wie Design funktioniert (250 Seiten, etwa 50 Abbildungen). Das Werk kostet nicht mal 15 Euro und ist schon ein Skandal!

bp

 

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