„Amerikanisches Design“ hört sich irgendwie komisch an

Und was ist daran nun eigentlich amerikanisch? Sofa Marshmellow Zeichnung S. Rürup

Gibt’s das eigentlich überhaupt. Nein. Natürlich gibt es das nicht. Als wüssten wir nicht aus tausend und einer Hollywoodfilmnacht, dass in dieses Land seit Jahrzehnten Tag und Nacht ununterbrochen Aliens einfallen. Die automatischen Landeinstrumente sämtlicher UFOs dieses Universums sind, egal von welcher Galaxie oder welchem Planeten sie herrühren, offenkundig ein für alle Mal auf diese riesige Landmasse zwischen zwei Ozeanen eingestellt, die wir als die Vereinigten Staaten kennen. Die Aliens-Geschichte besteht aus Einwanderern aller Art, und so ist „God’s Own Country“ eben voller Aliens – und wenn es dort nur noch Aliens gibt, die alle ihre eigenen Kulturen mitbringen, dann gibt es logischerweise auch kein „amerikanisches Design“. Das ist klar, oder? Beispiel. In einem Chefsessel der Designabteilung von General Motors hat sich neulich ein fernöstlicher Herr niedergelassen, der steif und fest behauptet, Seoul sei heute so hip wie früher  ungefähr Paris oder auch New York, und da müsse man nun unbedingt hin, weil da nämlich die Trends wie Unkraut aus dem südkoreanischen Gehsteig sprießen würden. Und das, wo dort die Gehsteige doch total versiegelt sind. Das weiß doch jeder! Aber jetzt mal ernsthaft: In Amerika wurde das Industriedesign doch erfunden – oder? Oder etwa doch nicht? Fragen über Fragen. Und alle völlig offen.

Auch andere Länder teilen dieses harte Schicksal, darunter Deutschland, Skandinavien und sogar Italien. Weitere, teilweise ergreifende Erkenntnisse zu diesem spannenden Themenkomplex werden demnächst auf formweh und in einem brandneuen Buch veröffentlicht. Titel: Und kann man darauf auch sitzen? Wie Design funktioniert (250 Seiten, etwa 50 Abbildungen). Das Werk erscheint voraussichtlich in diesem (oder im nächsten) Monat im Dumont- Buchverlag und kostet nicht mal 15 Euro.

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