Rss Feed
Tweeter button
Facebook button

Stilkunde: Weich und geschwollen 1

Beflügelt: Sessel "Pelican" von Finn Juhl

„Organic Design in Home Furnishings“ (Organisches Einrichtungsdesign) hieß die Schau, die 1940 im New Yorker Museum of Modern Art stattfand, das damit (nach „International Style“ acht Jahre zuvor) bereits zum zweiten Mal als Sprachregulator fungierte. Ein schicker Name! Alle freuten sich über das Neugeborene, auch wenn es ein Kriegskind war und etwas fahle, eingefallene Backen hatte. Andererseits: Schon wieder einer dieser Stile, von dem man gar nicht so ganz recht weiß, ob es ihn tatsächlich gab, oder ob es nur ein Wortpopanz ist, der sich selbstständig machte und seitdem durch die Welt gespenstert. Diese drängenden Fragen werden nun in einem noch ziemlich neuen Buch behandelt: darin wird auch erstmals die komplette Design-Kommode mit ihren Stilschubladen der letzten 100 Jahre geöffnet. Da kommt so manche Stilblüte zum Vorschein. » mehr zum Thema ‘Stilkunde: Weich und geschwollen 1′ lesen

Wulff denkt doch an Rücktritt!

Hier wird mal wieder trickreich vorgegaukelt, dass gerade nicht gedacht wird.

“Wulff machte erneut deutlich, dass er nicht an Rücktritt denke”, meldeten neulich verschiedene Zeitungen. Das kennen wir ja schon. Aber wie lange wollen wir uns diesen Unsinn eigentlich noch bieten lassen? Denn das Nicht-denken, auf das man sich hier zurückzieht, geht doch gar nicht! Selbst beim Herrn Bundespräsidenten Christian Wulff. » mehr zum Thema ‘Wulff denkt doch an Rücktritt!’ lesen

Kulturversteher. Ein Interview

Klirrende Stille, wo einmal die "Rheinkultur" tobte (Foto Bernd Polster)

Als neulich der Finanzvorstand der Telekom, Herr Timotheus Höttges, dem Bonner Generalanzeiger ein Interview gab (erschienen 24.12.2011, Seite 15), gehörte erstaunlicherweise “Kultur” zu den meistbenutzten Worten. So erkundigte sich der Interviewer gleich am Anfang danach, wie der in Solingen gebürtige Höttges, der sich auch schon einige Jahre in München umtat, das “kulturellen Angebot der Stadt” Bonn denn eigentlich so findet. » mehr zum Thema ‘Kulturversteher. Ein Interview’ lesen

“Englisches Design”? Das gibt’s doch gar nicht.

Rolls-Kühler als Tempel (Foto Bernd Polster)

Nein, natürlich nicht. Wie denn auch in einem Land, dessen Landlords in den letzten zwei Jahrhunderten lieber fischen und jagen gingen, sei es auf ihren weitläufigen Gütern oder in den warmen Kolonien des Südens? Und die liegen bekanntlich weit weg von den Fabriken im Norden Englands, wo der Wind zwar kalt über karge Hügel pfeift, aber wo das Design eben dummerweise herkommen müsste. In solch einem Land erfindet man Kriminalkommissare, Cricket, Clubs und den dazugehörigen Gentleman, dann vielleicht noch die Seaside, die Countryside und die Hedgefonds – aber gewiss kein Industriedesign. » mehr zum Thema ‘“Englisches Design”? Das gibt’s doch gar nicht.’ lesen

Die digitale Stinkbombe

Maschineller Parfümist: “Olly”, der Verdufter

Endlich, eine Vision wird wahr! Schon als Junge habe ich davon geträumt, dass in der Kindervorstellung unseres Dorfkinos die Pupser durch Wohlgerüche kompensiert würden. Nachdem sich aber sämtliche Versprechen der letzten 100 Jahre, das “Duftkino” bald einzuführen, aufgrund chronischer Unnötigkeit als heiße, aber geruchfreie Luft erwiesen, ließ ich schon alle Hoffnung fahren. Doch nun diese Attacke auf unser Riechzentrum: Die digitale Duftkanone wird in Stellung gebracht.

» mehr zum Thema ‘Die digitale Stinkbombe’ lesen