Eines Baumes Rinde

Objet trouvé, Emily Polster, Bonn 16. April 2012

Gestern hat meine Tochter Emily, die in die dritte Klasse geht, eine Baumrinde mitgebracht, die sie auf dem Nachhauseweg entdeckt hat. Sie hat es in ihren Ranzen gesteckt und mir geschenkt. Das abgebrochene Stück ist etwas länger als 40 Zentimeter. Wir finden es beide sehr schön und ziemlich dick. Es hat viele Schichten. Emily hat mich auf das Moos hingewiesen.

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Driven by Design

"Driven by Design"; Eine Fuhre Design wird nach Hong Kong geschafft! Foto: Design-Paparazzi

In einem 100-Zeilen-Beitrag des Webmagazins Hong Kong Trader (“features market intelligence and business opportunities for small and medium-sized enterprises”), der heute um 9.02 Uhr (Ortszeit 16.02 Uhr) den über 9000 Kilometer langen Weg von Ostasien auf meinen rheinischen Server fand, wird 39 mal das Wort Design verwendet – eine stolze Leistung. Form und Inhalt sind hier voll aufeinander abgestimmt. Denn der Artikel heißt nun mal: “Driven by Design”, also designgetrieben. Eine ganz wilde Sache. » mehr zum Thema ‘Driven by Design’ lesen

Design-Botschafter ernannt

Für alle Design-Notfälle! (Entwurf Otl Aicher, Hersteller Erco)

In der letzten Wochendausagabe des Bonner Generalanzeigers (und sicher auch in vielen anderen deutschen Tageszeitungen) war auf Seite 11 in Form einer halbseitigen und halbseidenen Werbeanzeige nun folgende sensationelle Verlautbarung zu lesen: “TV-Star Heiner Lauterbach wird ‘Design-Botschafter’!” Na, das ist doch zur Abwechslung mal eine gute Nachricht und eine gute Tat (oder im Grunde sogar zwei gute Taten, nämlich eine vom Ernannten, immerhin “TV-Star”, und eine vom Ernennenden). Die Ernennungsurkunde wurde vom “Designmöbelspezialisten” Who’s perfect ausgestellt, einer Firma, die sich als “Internetagentur” bezeichnet und seit Jahren mit “traumhaft günstigen Preisen” für Ware zweiter Wahl wirbt. Also: Es geht mal wieder um eierlegende Wollmilchsäue (teure Ware saubillig). Und darauf sind wir, das Volk der Schnäppchenjäger, eben nun mal sauscharf! » mehr zum Thema ‘Design-Botschafter ernannt’ lesen

Brand Contest? Ist doch süß!

Dieses Hündchen ist vielleicht auch eine Marke

Der Rat für Formgebung, das höchste Designgremium der “BRD”  (also quasi der Designrat der Weisen), gibt bekannt: “Weiterkommen durch Weiterdenken: Deshalb erforschen und entwickeln wir Design immer weiter.” Da kann man einfach nur sagen: Weiter so! Ja früher, da wurde nur in verstaubten Universitäten geforscht oder in irgendwelchen Instituten (eben Forschungsinstituten). Heute machen das auch Leute, die eigentlich für Marketing bezahlt werden. Einfach so. Man denke nicht zuletzt an die Entdeckung des Designwerts. Das war der Coup eines deutschen Professors, der inzwischen zwar aus sicherlich gewichtigen Gründen nicht mehr Professor ist, aber eben trotzdem mal so nebenbei ein Forschungsinstitut gründete (in Essen). Sowas greift offenbar um sich. Nun also auch der “Rat”. “Unser Ziel”, lässt dieser verlauten, “besteht nicht allein darin, die Designforschung voranzutreiben. Wir möchten sie auch allgemein zugänglich machen und aus ihr einen praxisnahen, wirtschaftlichen Nutzen generieren.” Nutzen! Generieren! Praxisnah! Vorantreiben! Forschung für alle (Volksforschung sozusagen)! Das ist doch einfach prima. » mehr zum Thema ‘Brand Contest? Ist doch süß!’ lesen

Conrans Empire

In Plastik eingewickelter Turm des Londoner Design Museums; eine neulich aufgetauchte anonyme Skizze (angeblich ein geheimes Christo-Projekt)

In seiner Heimat widmet man ihm Ausstellungen. Außerhalb Großbritannien ist ein Name dagegen nur Eingeweihten bekannt. Dabei springt er einem von diesen schwer beladenen Büchertischen, die uns in der Fußgängerzone bewusst in den Weg gestellt werden und auf denen sich die Schöner-Wohnen-Titel stapeln, überall entgegen. Terence Conran – Sir, Urlondoner, Verleger, Stilberater, Highstreetexperte, Immobilienjongleur, Möbel- und Restauranterfinder -, der ständig mit Feingefühl irgendwelche Fäden zieht und dabei noch die Welt beglückt. Wir erinnern uns: Nachdem Maggie Thatcher die Gewerkschaften gekillt hatte, entwickelte der “Rote Tony” (so nannte ihn seine Frau Cherie wegen seiner Vorliebe für rötliche Krawattenmuster) – also Ex-Premierminister Tony Blair entwickelte die neue Revolutionstheorie von “New Labour”. Die ging, um es noch einmal schnell zu wiederholen, kurz gesagt so: Das ganze Land ist eine Börse; alle spekulieren wie wild drauf los, und werden dabei reich und glücklich. Und um das auch zeigen zu können, braucht man viel Design, zuhause, beim Einkaufen und beim Essengehen (was die Briten mangels Lokalen zunächst allerdings noch selten unternahmen). Da kommt Terence Conran ins Spiel, ein Berater von Blair. » mehr zum Thema ‘Conrans Empire’ lesen