{"id":267,"date":"2010-01-28T22:45:21","date_gmt":"2010-01-28T21:45:21","guid":{"rendered":"http:\/\/formweh.de\/?p=267"},"modified":"2012-02-16T19:14:56","modified_gmt":"2012-02-16T18:14:56","slug":"frankreich-1929-sessel-grand-confort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/formweh.de\/?p=267","title":{"rendered":"Sitzconfort"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } --><span style=\"font-size: small;\"> <\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_274\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/formweh.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/lc2_grand_conforte_armchair.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-274\" class=\"size-thumbnail wp-image-274\" title=\"lc2_grand_conforte_armchair\" src=\"https:\/\/formweh.de\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/lc2_grand_conforte_armchair-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-274\" class=\"wp-caption-text\">sitzkubus<\/p><\/div>\n<p><strong>Frankreich 1929.<\/strong> Im Pariser \u201cSalon d\u2019Autonme\u201d, einer Ausstellung avantgardistischer M\u00f6bel, erregte ein Sessel \u00f6ffentliche Emp\u00f6rung. Was die Architekten Charles-Edouard Jeanneret, bekannt unter seinem K\u00fcnstlernamen Le Corbusier, dessen Cousin Pierre Jeanneret und seine Assistentin Charlotte Perriand unter der Bezeichnung <em>Grand Confort<\/em> dort vorstellten, schockte die Besucher.<!--more--><\/p>\n<p>Entsprach ihr schwarzer Sitzw\u00fcrfel doch so gar nicht dem glamour\u00f6sen, damals in Frankreich vorherrschenden Artdeco-Stil. Dabei sah das M\u00f6belst\u00fcck zwar aus, als w\u00e4re es ein Beispiel aus der Geometriestunde. Zugleich markierte es aber auch \u2013 wie ja schon der Name ganz unmi\u00dfverst\u00e4ndlich sagt &#8211; die R\u00fcckkehr der Bequehmlichkeit in die Moderne. Nach dem so erfolgreichen deutschen Angriff auf die Sitzgem\u00fctlichkeit, die sich in konstruktivistischen Stahlrohrgebilden wie <a href=\"http:\/\/www.formguide.de\/designer\/uebersicht\/marcel-breuer\/\">Marcel Breuers<\/a><span style=\"font-size: small;\"> <em>Clubsessel<\/em> oder Ludwig Mies van der Rohes \u201cFreischwinger\u201d niederschlugen, setzte das Trio um Le Corbusier wieder auf den Kuscheleffekt. Der Polstersessel, der seine Herkunft aus dem franz\u00f6sischen Salon gar nicht verleugnen kann, sei eine \u201cBallung von Kissen, die auf mysteri\u00f6se Weise zusammengehalten werden\u201d, l\u00e4sterte noch der Designkritiker Siegfried Giedion und verbannte jegliches Pl\u00fcschmobiliar aus dem Tempel der Moderne. Bei Le Corbusier und Kollegen lag der Fall allerdings etwas anders. Ihr Trick: anstatt \u2013 wie Breuer\u00a0 \u2013 das Sitzger\u00e4t auf  sein tragendes Ger\u00fcst zu reduzieren, bauten sie einen Rahmen um die Sitzkissen herum. Dieses K\u00e4figprinzip, mit dem sie die weichen Polster b\u00e4ndigten, schien offenbar trotzdem designpolitisch nicht so ganz korrekt zu sein. Jedenfalls schob Le Corbusier wenig sp\u00e4ter noch eine weitere Rechtfertigung nach: der komfortable Sitz, so sein Argument, \u201cpa\u00dft sich unseren Bewegungen an und reagiert auf sie\u201d, ist also in einem h\u00f6heren Sinne durchaus funktional. Es handelt sich sozusagen um rationalisierte Version von Omas Armsessel. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Seit den 60er-Jahren wird der zum Megaklassiker avancierte und unendlich oft kopierte Entwurf von der italienischen Nobelfirma Cassina erfolgreich unter dem Etikett Le Corbusier vermarktet. \u00dcbrigens auch als Sofa. Die Doppel- und Dreifachsitzer hat der Meister zwar nie gezeichnet, aber vielleicht ist er ja nur nicht auf die Idee gekommen. Egal ob in Museen, Konzernverwaltungen oder in den eigenen vier W\u00e4nden, mit dem <em>Grand Confort<\/em> kann man einfach nichts falsch machen. Er ist eine geni\u00f6se Mixtur aus Modernit\u00e4t, Komfort, Luxus und einem Hauch von Kultur, von der ein wenig immer auch auf seinen Besitzer abf\u00e4rbt .. bp <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankreich 1929. Im Pariser \u201cSalon d\u2019Autonme\u201d, einer Ausstellung avantgardistischer M\u00f6bel, erregte ein Sessel \u00f6ffentliche Emp\u00f6rung. 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