{"id":1005,"date":"2010-03-09T13:59:40","date_gmt":"2010-03-09T12:59:40","guid":{"rendered":"http:\/\/formweh.de\/?p=1005"},"modified":"2012-02-16T19:11:30","modified_gmt":"2012-02-16T18:11:30","slug":"wider-die-rhetorik-des-designs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/formweh.de\/?p=1005","title":{"rendered":"Wider die Rhetorik des Designs"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_1025\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><em><em><a href=\"https:\/\/formweh.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/dorschel-titel-vorn-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1025\" class=\"size-thumbnail wp-image-1025\" title=\"dorschel-titel-vorn-web\" src=\"https:\/\/formweh.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/dorschel-titel-vorn-web-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/em><\/em><p id=\"caption-attachment-1025\" class=\"wp-caption-text\">Scharfe Gedanken: Die Unselbst\u00e4ndigkeit des Designs<\/p><\/div>\n<p><em>&#8222;Das Brauchbare, von dem in diesen \u00dcberlegungen die Rede ist, ist weit gefasst, denn der historisch ausgebildeten getrennten Existenz der Disziplinen Architektur und Gestaltung entspricht kein systematischer Unterschied.&#8220;<\/em> Vor acht Jahren erschien ein kleines B\u00e4ndchen, das ich allen in der Designbranche hiermit w\u00e4rmstens ans Herz legen m\u00f6chte, weil es so gar nicht in die vom Marketinggebrabbel beherrschte Designlandschaft passt. Darin finden sich scharfe und durchaus anstrengende Analysen wie die eingangs zitierte Feststellung &#8211; in der dem Design mal eben die Eigenst\u00e4ndigkeit abgesprochen wird &#8211; in einer dann doch erfrischenden Frequenz.<!--more--><\/p>\n<p>Der Philosophieprofessor Andreas Dorschel &#8211; damals noch in Norwich, heute in Graz &#8211; n\u00e4hert sich darin einigen Grundfragen der Produktgestaltung mit einer befreienden gedanklichen Pr\u00e4zision und allem Modischen abholden Wortwahl. Das beginnt bereits mit dem Titel: <em>&#8222;Gestaltung &#8211; Die \u00c4sthetik des Brauchbaren&#8220;<\/em>. Der Gebrauch und die Form sind die zentralen Kategorien. Design verwendet er nur, wenn es um das heutige gesellschaftliche Ph\u00e4nomen, also die Branche, geht. Wie immer, wenn Gedankeng\u00e4nge im Spiel sind, ist Konzentration und Zeit erforderlich. Um dem Leser den Zugang zu der keineswegs leichten Kost zu ebnen, hat Dorschel seinen Ausf\u00fchrungen ein zweites, &#8222;analytisches&#8220;\u00a0 Inhaltsverzeichnis vorangestellt. Unter 86 Punkten werden hier Argumentationsstr\u00e4nge kurz zusammengefasst.<\/p>\n<p>Im ersten Hauptkapitel demontiert Dorschel den von Louis Sullivan stammenden Slogan <em>&#8222;form follows function&#8220;<\/em>. Was wie das Reiten eines bereits seit geraumer Zeit dahingerafften Gaules anmuten k\u00f6nnte, bietet doch manche Hinweise, die ausgetretenen Begriffs- und Denkschemata zu verlassen. Dorschel geht es um so scheinbar altmodische Kategorien wie Sch\u00f6nheit und Zweck sowie das Verh\u00e4ltnis von Kunst- und Gebrauchsdingen. So schl\u00e4gt der Au\u00dfenseiter gedankliche Schneisen in das scheinbar undurchdringliche Gestr\u00fcpp der trendgetriebenen Designseichtigkeiten. Und auch der Glaube an den Rettungsanker einer vermeintlichen Objektivit\u00e4t wird als unhaltbar dargelegt, denn <em>&#8222;das Gelingen wird durch keine von der \u00e4sthetischen Vision abl\u00f6sbare, mathematischen Proportionslehren folgende Vorausberechnung eines Gleichgewichts garantiert&#8220;<\/em>.<\/p>\n<p>Andreas Dorschel: <em>Gestaltung &#8211; Die \u00c4sthetik des Brauchbaren<\/em>, Heidelberg 2002, Universit\u00e4tsverlag C.Winter, 170 Seiten, 18.- Euro<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &#8222;Das Brauchbare, von dem in diesen \u00dcberlegungen die Rede ist, ist weit gefasst, denn der historisch ausgebildeten getrennten Existenz der Disziplinen Architektur und Gestaltung entspricht kein systematischer Unterschied.&#8220; Vor acht Jahren erschien ein kleines B\u00e4ndchen, das ich allen in &hellip; <a href=\"https:\/\/formweh.de\/?p=1005\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[86,57],"tags":[],"class_list":["post-1005","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-szenesitten","category-wortwahl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/formweh.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/formweh.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/formweh.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/formweh.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/formweh.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1005"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/formweh.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1005\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2776,"href":"https:\/\/formweh.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1005\/revisions\/2776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/formweh.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/formweh.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1005"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/formweh.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}