bildweh, Wand 4

Sessel im Zwielicht

Sessel im Zwielicht (nicht in der Ausstellung)

In der Ausstellung bildweh, die am Donnerstag, dem 20.11, um 19 Uhr im Kult41 in Bonn eröffnet wird, sind neue Fotos von mir zu sehen. Einige zeigen Motive, deren Gegenstand sich nicht sofort erschließt. Es sind Nahaufnahmen von Veränderungen, zum Beispiel fragile Lichtsituationen oder erodierende Dinge, die sich auflösen, aber lange brauchen. Sie sind schon nicht mehr ganz das, wofür sie gedacht waren. Sie befinden sich in unaufhaltsamer Transformation, im Übergang.

Und nehmen dabei Formen an, die einzigartig sind. Man kann sie nicht kopieren und so nicht erfinden.

Asphaltzeichen

Asphaltzeichen

Ich habe zum Beispiel im Sommer dieses Jahres Fahrbahnmarkierungen auf dem Parkplatz einer Shopping Mall in Paterson West in der Nähe von New York fotografiert, und zwar ziemlich flächendeckend. Hier sind durch die fortgeschrittene Erosion abstrakte Muster entstanden. Da hat wohl noch nie jemand genau hingeschaut. Und ich habe, während ich im Sekundentakt auf den Auslöser drückte, diese Strukturen erst selbst entdeckt. Aber da ist immer noch mehr zu entdecken.

Am Strand von Wichnelsea

Am Strand von Winchelsea

Ich sehe darin ein Paradigma. Die Menschen schaffen sich künstliche Dinge und wollen so die Veränderung aufhalten, die Natur begradigen und einfrieren. Aber das ist natürlich genauso so naiv wie die Windmühlen des Don Quichote. Spätestens seit der Industrialisierung werden wir aber alle zu Don Quichotes und glauben, wir könnten die Windmühlen dieser Welt aufhalten. Die Bilder wollen auf die Zwangsläufigkeit und auf die Schönheit des Verfalls hinweisen. Ein Beispiel sich selbst erzeugender und völlig zweckfreier Kunst.

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