Skandal! „Skandinavisches Design“ nur eine plumpe Fälschung?

pippi ist verstört

Pippi ist verstört

Mancheiner wird sich bisweilen in einem besinnlichen Moment schon mal gefragt haben: Gibt es eigentlich „skandinavisches Design“? Nein, natürlich nicht. Und wer ist schuld, dass es es trotzdem alle glauben, sogar die Skandinavier selber? Na, wer wohl? Ja richtig, natürlich Adolf Hitler. Der brauchte nämlich nur einen einzigen Krieg, um Dänen und Schweden – die immerhin einige Kriege gegeneinander geführt hatten – glauben zu machen, sie wären beide skandinavisch, „nordisch“ oder was auch immer und gehörten deshalb in denselben Topf (und natürlich zur besseren Hälfte der Menschheit).

Und Hitler, wie die List des Weltgeistes, war es schließlich auch, der die Skandinavier überhaupt dazu brachte, dass sie mal wieder mehr miteinander redeten. Dieser Hitler, wir erinnern uns, hat nämlich Schweden nicht besetzt, weil er es sich mit den Schweden nicht verscherzen wollte, die jede Menge Eisenerz besaßen, und weil er gehört hatte, dass es dort ohnehin schon genügend Nazis gab (in diesem Zusammenhang sei auch auf die Ikea-Geschichte verwiesen).

Da kamen viele Dänen, Finnen und Norweger, die die direkte Art der Deutschen, speziell der Wehrmacht und der Waffen-SS, einfach nicht gewohnt waren, stattdessen auf den Gedanken, ins unbesetzte Schweden zu fahren. Da saßen sie nun in Malmö oder anderswo beisammen, schmauchten ein Pfeifchen, tranken Schnäpschen, plauderten und merkten auf einmal, dass sie sich so einigermaßen verstanden. Manchmal redeten sie auch Deutsch, das sie alle in der Schule gelernt hatten (im Gegensatz zu Englisch). Jedenfalls wurde ihnen in diesem Moment schlagartig klar, dass sie Skandinavier waren. Schweden und Dänemark vergaßen einfach mal die „Großen Nordischen Kriege“.

schneeflasche

Skandinavische Kinder bauen sich einen typisch skandinavischen Schneeunterschlupf

Das ganz große Fass machen wir hier lieber gar nicht erst auf: nämlich die Frage, ob es „Skandinavien“ überhaupt gibt. Erfunden haben es jedenfalls ein paar verträumte Studenten Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Oberträumer hieß auch noch Lehmann. Das nannte man „Pan-Skandinavismus“. Bekanntlich sind alle Bewegungen mit der Vorsilbe „Pan-“ gescheitert (siehe Pan-Arabismus, Pan-Slawismus, von Pan-Germanismus gar nicht zu reden). Es fing schon mit dem Logo an, das sich die Herren Akademiker gaben: ein dreiblättriges Kleeblatt, und zwar für für Dänemark, Norwegen und Schweden. Und was ist bitteschön mit den Finnen und den Isländern? Haben die etwa kein Design?

Den Amerikanern – und sogar den Italienern – geht es übrigens auch nicht viel besser. Und von den Deutschen hätte man ohnehin nichts anderes erwartet. Weitere, teilweise ergreifende Erkenntnisse zu diesem spannenden Themenkomplex werden auf formweh und in einem brandneuen Buch veröffentlicht. Titel: Und kann man darauf auch sitzen? Wie Design funktioniert (250 Seiten, etwa 50 Abbildungen). Das Werk kostet nicht mal 15 Euro und ist schon ein Skandal!

bp

 

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